[Verkehrsträger] #01 – Eisenbahnverkehr: Wagenarten, EVB & CIM-Frachtbrief

Shownotes

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🚂 Der Eisenbahnverkehr ist der klimafreundlichste und bei großen Mengen günstigste Landverkehrsträger – Pflichtwissen für alle in der Spedition und Logistik. In dieser Folge lernst du, warum sich die Bahn ab ca. 600 km gegenüber dem Lkw rechnet (nur 18 g CO₂/tkm, bis zu 2.500 t pro Zug, mautfrei) und welche Nachteile der feste Schienenstrang mit sich bringt. Wir gehen die wichtigsten Wagenarten und ihre Kürzel (G, E, R, S, Z, I) sowie die 12-stellige UIC-Wagennummer durch. Außerdem klären wir den prüfungsrelevanten Unterschied zwischen den EVB (Eisenbahn-Verkehrsbedingungen im nationalen Verkehr) und dem CIM-Frachtbrief im internationalen Verkehr nach COTIF – inklusive Aufbau, den 5 Ausfertigungen und der Haftung von 17 SZR/kg. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.

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00:00:00: Diese Folge wird dir präsentiert von My Digi Academy, der Learn-App für deine Ausbildung.

00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge.

00:00:06: und jetzt viel Spaß!

00:00:08: Also stelle mal vor du bewegst so zweieinhalb Tausend Tonnen Fracht auf einen Schlag quer durch Europa ganz ohne Stau, ohne Maut und vor allem ohne Fahrermangel.

00:00:19: Ja das ist halt echt die schiere Wucht vom Eisenbahngüterverkehr?

00:00:23: Absolut.

00:00:24: Und wenn du jetzt als angehender Logistik-Azubi zuhörst, dann ist unsere ältige Analyse wirklich Gold wert.

00:00:30: Wir nehmen nämlich das Systembahn mal komplett auseinander.

00:00:34: Genau!

00:00:34: Also warum man das überhaupt nutzt?

00:00:36: Wie diese ganzen Wagenarten aufgebaut sind und was eigentlich hinter diesen Abkürzungen wie EVB und CIM steckt.

00:00:43: Richtig – und das Beste ist ja, wer die Logik einmal drin hat, dann is' es in der IHK Prüfung ein absoluter Punktegarant.

00:00:51: Aber lass uns mal ganz vorne anfangen….

00:00:54: Warum verladen wir Güter überhaupt auf die Schiene?

00:00:57: Ja, also ab einer gewissen Dimension wird das einfach unschlagbar.

00:01:01: Wir reden davon mittlerin bis langen Strecken, also so ab sechshundert Kilometern aufwärts...

00:01:07: Weil ein einziger Zug da direkt Dutzende Lkws ersetzt oder?

00:01:10: Ja exakt!

00:01:11: Und dann hast du natürlich noch diesen riesigen ökologischen Hebel.

00:01:15: Die Bahn verursacht nur um die achtzehn Gramm CO² pro Tonnen Kilometer

00:01:21: Warte, achtzehnt Gramm Beim Lkw liegen wir doch bei rund achtzig oder so.

00:01:26: Richtig, das ist ein massiver Unterschied fürs Klima!

00:01:29: Ich vergleiche die Bahn da immer gerne mit einem riesigen Langstreckenflug.

00:01:33: Man bringt gigantische Mengen extrem effizient von A nach B – aber der Flieger landet eben nicht direkt vor deiner Haustür.

00:01:40: Mhm, schönes Bild.

00:01:41: Ja für die letzte Meile also diesen Haus-zu-Haus-Service brauchen wir am Ende trotzdem noch das Taxi…also den LkW.

00:01:49: Das beschreibt die Realität sehr gut.

00:01:51: Die Schiene ist halt ein sehr starres System, das Standardisierung zwingend voraussetzt und das führt uns auch direkt zu den UIC-Kürzeln für diese Wagenarten?

00:02:00: Ach ja!

00:02:01: Die Internationale Eisenbahnunion.

00:02:02: Genau, die haben diese Buchstaben festgelegt und das ist also...das ist nicht einfach nur Skikane für Prüflinge sondern extrem wichtig.

00:02:10: Ein spannischer Vagong muss in Deutschland oder Polen von jedem Verlader blind verstanden werden können.

00:02:17: Also keine barbilonische Sprachverwirrung am Güter Bahnhof, gehen wir die wichtigsten für die Prüfungen doch mal durch.

00:02:23: Das G steht für gedeckte Wagen richtig?

00:02:27: Ja also alles was absolut trocken bleiben muss kommt da rein!

00:02:30: Okay und E sind offene Wagen typischerweise für Shitgut wie Kohle.

00:02:36: ne aber was mache ich jetzt mit einem Standardcontainer aus dem Hafen?

00:02:39: Dafür nutzt man das S. das ist der Klassiker für Container- und Wechselbrücken.

00:02:44: Verstehe

00:02:45: Wenn du jetzt schweren Stahl- oder Maschinen transportierst, dann nimmst du einen Flachwagen.

00:02:50: Das ist dann R oder K und dann gibt es noch die Spezialisten.

00:02:54: Okay was sind das für welche?

00:02:55: Dann Z für Kesselwagen in denen flüssige Chemie oder Öl transportiert wird und das I für Kühlwagen.

00:03:04: Super!

00:03:05: Okay, die Ware rollt jetzt also im richtigen genormten Wagen über die Grenze.

00:03:10: Aber sobald wir Ländergrenzen überschreiten haben wir in der Logistik doch unweigerlich so ein Haftungsthema.

00:03:16: Beim Lkw greift ja das CMR abkommen!

00:03:19: Wie läuft es auf der Schiene?

00:03:20: Da

00:03:21: trennen wir strikt in zwei Welten.

00:03:23: Bleiben wir rein national – also nur hier in Deutschland – dann gelten die EVB die allgemeinen Eisenbahn-Parkersbedingungen.

00:03:32: Und wenn der Zug über die Grenze fährt?

00:03:33: Dann greift das internationale ZIEM übereinkommen.

00:03:37: Der dazugehörige Ziemfrachtbrief wird übrigens standardmäßig in fünf physischen Ausfertigungen erstellt.

00:03:43: Warte

00:03:44: mal, Fünf-Ausfertigung!

00:03:45: Physisch im Zeitalter der Digitalisierung.

00:03:48: Wer schleppt denn bitte fünf Papierzettel mit sich rum und

00:03:51: warum?!

00:03:51: Ja...das klingt vielleicht etwas ahaiisch aber das hat handfeste Gründe.

00:03:57: An so internationalen Grenzen und bei Übergaben zwischen verschiedenen nationalen Netzen existiert oft einfach kein lückenloses gemeinsames Digitalsystem.

00:04:06: Krass!

00:04:07: Der CIM-Frachtbrief ist halt Beweistokument, Übernahmebestätigung und vor allem das Begleitpapier für den Zoll.

00:04:14: Jede Partei braucht da ihr rechtssicheres Ordinal.

00:04:17: Und hier kommt der absolute Knackpunkt für die Klausur – Die Haftung.

00:04:21: unter CIM haftet die Bahn mit SCR.

00:04:28: Sonderziehungsrechte?

00:04:30: Das liest man ja in den Lehrbüchern überall, aber lass uns das mal kurz entmistifizieren!

00:04:35: Das ist jetzt keine echte Währung die ich am Geldautomaten ziehen kann?

00:04:38: Nee

00:04:38: überhaupt nicht, das ist eine künstliche Rechen-Einheit vom internationalen Währungsfonds.

00:04:44: Die schützt quasi davor dass Währungen zwischen Ländern diese Hafterungsummen verfälschen.

00:04:49: Ah ok und wie viel sind siebzehn SCR dann in

00:04:53: echt?!

00:04:54: Das entspricht ungefähr zwanzig Euro pro Kilo.

00:04:56: Das ist fast doppelt so hoch wie beim Lkw.

00:04:59: Äh,

00:05:00: warum haftet die Bahn denn da so viel höher?

00:05:03: Das ist doch ein massives finanzielles Risiko für sie!

00:05:07: Weil die Schiene statistisch gesehen eine extrem sicherer Verkehrsträger ist.

00:05:11: Es gibt deutlich weniger Unfälle und viel weniger Diebstahl während der Fahrt.

00:05:16: Ich meine du kannst einen Güterzug ja schlecht nachts auf einem dunklen Rastplatz mal eben ausrauben.

00:05:20: Aha Da hast Du recht.

00:05:21: Dieses geringere Risiko erlaubt dann also diese höhere Haftungsgrenze.

00:05:25: Macht absolut Sinn!

00:05:27: Wenden wir die ganze Logik doch direkt mal auf eine typische IHK-Prüfungsaufgabe an.

00:05:31: Gerne!

00:05:33: Also, stell dir vor du sitzt in der Klausur.

00:05:34: – Die Aufgabe lautet «Ein Kunde will flüssige Chemieprodukte von Deutschland nach Italien transportieren».

00:05:40: Wie gehst Du vor?

00:05:41: Wir gehen da ganz analytisch ran….

00:05:44: Erster Filter, es geht nach Italien also grenzüberschreitend.

00:05:47: Die EVB fallen also sofort raus!

00:05:50: Du wählst den CM-Frachtbrief?

00:05:53: Zweiter Filter das Gut Es sind flüssige Chemieprodukte.

00:05:57: Ein offener Wagen bringt uns dann null weiter.

00:05:59: Wir brauchen einen Kesselwagen Und das ist nach UIC Standard das Kürzel z.

00:06:05: Exakt.

00:06:06: und dann der dritte Filter Wenn die Prüfer nach der maximalen Haftung fragen.

00:06:10: weißt du so fort?

00:06:11: Internationaler Bahnverkehr bedeutet siebzehn SZR pro Kilogramm.

00:06:17: Super!

00:06:17: Wer diese Kausalitäten einmal verstanden hat, der muss das nicht stur aus wenig lernen sondern der leitet sich die Lösung einfach logisch her.

00:06:24: Genau so ist es

00:06:25: Also nochmal für deinen mentalen Notizzettel Das UIC-System für die einheitlichen Wagen Die Trennung von EVB im Inland und SIM international Und die hohe Haftung von siebzen SZr weil Züge einfacher sind.

00:06:41: Wenn das sitzt, dann hast du das solide Fundament für den Bahnverkehr für die Prüfung echt in der Tasche.

00:06:47: Bevor wir unsere Analyse vor heute beenden habe ich noch einen etwas provokanten Gedanken für dich zu mitnehmen.

00:06:54: Wir haben ja am Anfang gesagt Die Bahn ist mit achtzehn Gramm CO-Zwei der ungeschlagene Klimaschampion.

00:06:59: Richtig Aber spielen wir das mal so in die Zukunft.

00:07:02: Was passiert eigentlich wenn LKWs in ein paar Jahren komplett elektrisch und emissionsfrei fahren?

00:07:07: verliert die an Schienen gebundene, unflexible Bahn dann nicht eigentlich ihren allergrößten strategischen Vorteil gegenüber der Straße?

00:07:14: Denkt mal drüber nach.

00:07:16: Wir hören uns beim nächsten Deep Dive!

00:07:18: Du lernst gerade für deine Abschlussprüfung oder willst einfach besser durch die Berufsschule kommen?

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00:07:50: Den Link findest Du in den Show notes.

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