[Verkehrsträger] #13 – Multimodal-Verkehre & FIATA Bill of Lading (FBL)
Shownotes
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🌐 Wenn eine Sendung mehrere Verkehrsträger nutzt – etwa Lkw → Schiff → Bahn → Lkw – spricht man von multimodal, und der Spediteur garantiert dann die gesamte Lieferkette aus einer Hand: Pflichtwissen für alle in der Spedition. In dieser Folge lernst du den prüfungsrelevanten Unterschied zwischen intermodal, multimodal und Kombiniertem Verkehr (KV) sowie ein typisches Multimodal-Szenario von Shanghai nach Stuttgart. Außerdem klären wir das FIATA Bill of Lading (FBL) als bank-anerkanntes Multimodal-Konnossement, die Rolle des Multimodal Transport Operators (MTO), das Network-System gegen das Uniform-System mit den Haftungsgrenzen je Verkehrsträger, den Aufbau des FBL sowie die Vorteile für den Versender. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.
Transkript anzeigen
00:00:00: Diese Folge wird dir präsentiert von My Digi Academy, der Lern-App für deine Ausbildung.
00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge.
00:00:06: und jetzt viel Spaß!
00:00:08: Stell dir das mal vor mitten auf dem Pazifik da tobt so ein richtig schwerer Sturm.
00:00:14: Oh ja... Ein absoluter Albtraum für jeden Logistiker.
00:00:17: Auf jeden Fall!
00:00:18: Also ein riesiges Frachtschiff schwankt, die Verzurrung reißt und zack einen Container mit, sagen wir mal, fünftausend Kilo teurer Elektronik für deinen Kunden stürzt einfach ins Meer.
00:00:30: Und die große Frage ist dann natürlich wer haftet dafür eigentlich?
00:00:34: Richtig – Ist das der Lkw-Fahrer, der das Ding in Shanghai zum Hafen gebracht hat, die Rederei
00:00:41: oder
00:00:42: du als
00:00:42: Speditor?!
00:00:43: Genau in dieses juristische Mienenfeld tauchen wir heute bei unserem Intensivcheck ein.
00:00:48: Es ist nämlich besonders wichtig, wenn du gerade für deine IHK-Abschlussprüfung lernst.
00:00:52: Absolut!
00:00:53: Das ist so ein richtiger Prüfungsklassiker.
00:00:55: Wir knacken heute zusammen die Multimodalverkehre und dieses berüchtigte Theater Bill of Lading – also kurz das FBL.
00:01:04: Wer hier die feinen Unterschiede checkt sammelt echt sichere Punkte.
00:01:08: Aber bevor wir klären, wer den nassen Container am Ende bezahlt müssen wir mal definieren wie der überhaupt gereist ist.
00:01:14: Ja da gibt es ja diesen Begriffstunkel intermodal kombinierter Verkehr multimodal.
00:01:21: das wird in der Praxis oft wild durcheinander geworfen
00:01:24: Leider ja wobei man das eigentlich ganz logisch abgrenzen kann.
00:01:28: Ich stelle mir das immer gern wie beim Reisen vor.
00:01:31: Also fahre ich mit so Einzeltickets für Bus, Bahn und Flugzeug oder habe ich einen All-Inclusive-Bändchen am Handgelenk?
00:01:39: Der Vergleich passt echt gut!
00:01:40: Fangen wir mal kurz mit Intermodal an...
00:01:43: Okay schieß los.
00:01:44: Das ist eigentlich nur die rein physische Sicht.
00:01:46: Die Ware wechselt den Verkehrsträger aber sie bleibt in derselben Ladeeinheit.
00:01:51: also der Container geht vom Lkw auf den Zug wird aber nicht aufgemacht richtig
00:01:56: exakt.
00:01:57: Und dann haben wir den kombinierten Verkehr, kurz KV.
00:02:00: Das ist eher so eine operative verkehrspolitische Sichtweise.
00:02:04: Wo der Lkw nur ganz kurze Vorläufe und Nachläufer machen darf oder?
00:02:09: Ja genau!
00:02:10: Der Hauptlauf muss da zwingend umweltfreundlicher auf der Schiene oder halt dem Wasser stattfinden.
00:02:14: Und multimodal ist mein All-Inclusive-Bändchen.
00:02:18: Richtig das ist die rein rechtliche Perspektive.
00:02:21: Du hast mehrere Verkehrsträger, aber für den Kunden gibt es nur einen einzigen Vertrag und auch nur einen Verantwortlichen.
00:02:27: Also wenn wir jetzt eine komplexe Route haben Lkw zum Hafen in Shanghai dann das Schiff nach Hamburg, Bahn nach Stuttgart und wieder LkW zum Kunden
00:02:36: Genau so ein Szenario Vier-Verkehrsträge.
00:02:39: Aber der Kunde hat nur dich als Spediteur als Vertragspartner
00:02:43: All-Inclusive vertragten offiziell besiegelt.
00:02:46: Da kommt dann das FBL ins Spiel, Das Theater Bill of Lading.
00:02:50: Wenn der Spediteur das ausstellt wird er offiziell zum sogenannten Multimodal Transport Operator
00:02:55: MTO abgekürzt.
00:02:57: Aber warum ist dieses eine Dokument eigentlich international so viel wert?
00:03:02: Weil es nicht einfach nur eine Quittung ist.
00:03:04: Es ist ein rechtlich anerkanntes Wertpapier.
00:03:07: Ah ok
00:03:08: Ja vereinfacht gesagt wem dieses Originaldokument gehört Dem gehört quasi die Ware.
00:03:14: Deswegen wird das auch von Banken weltweit sofort akzeptiert!
00:03:17: Ein Dokument für alles klingt super, aber nochmal kurz zurück zu unserem gesunkenen Container-Impaziv.
00:03:23: Ja der liegt da immer noch rum.
00:03:25: Genau Wenn ich als Spediteur da die Gesamtverantwortung übernehme zahle ich den Totalverlust dann echt aus meiner eigenen Tasche?
00:03:32: Nein natürlich nicht.
00:03:34: Da gehst du in Regress Du entschädigst den Kunden und holts dir die Kohle vom tatsächlichen Verursacher zurück
00:03:40: Moment mal, aber gilt da nicht ein einheitliches Gesetz für alles wenn ich nur einen Vertrag habe?
00:03:46: Das wäre das Uniformsystem.
00:03:48: Das gibt es zwar ist in der Praxis extrem selten.
00:03:52: Warum das denn?
00:03:53: Aus historischen Gründen!
00:03:55: Das Seerecht ist uralt und hat eigene Traditionen.
00:03:58: Das Straßenfrachtrecht ist viel jünger – das kriegst du nicht einfach so unter einem
00:04:02: Hut Verstehe.
00:04:04: Deshalb nutzen wir das Network-System.
00:04:06: Die Haftung richtet sich immer strikt danach, wo der Schaden passiert ist.
00:04:10: Also auf hoher See gelten die alten Hager-Regeln und kippt der Lkw in Deutschland um gilt die CMR?
00:04:17: Exakt!
00:04:18: Oder wenn die Ware im Hamburger Hafen beim Umschlag kaputt geht greift das HGB und du holst dir das Geld vom Hafenbetrieb.
00:04:25: Okay, das leuchtet ein.
00:04:27: Lass uns das doch mal Schritt für Schritt für die IHK Klosso durchspielen.
00:04:30: Gute Idee.
00:04:31: Die klassische Prüfungsfrage hierzu ist fast immer, warum dieses FBL für den Versender so ein enormer Vorteil ist.
00:04:37: Und was schreibe ich da als Azubi hin um die Punkte sicher zu kassieren?
00:04:41: Erstens du hast nur einen Ansprechpartner für die gesamte Lieferkette.
00:04:46: Ja logisch das spart Nerven!
00:04:48: Zweitens ein einziges Dokument statt einem riesigen Papierstapel und drittens einen transparenten Gesamtpreis.
00:04:56: Das mit der Scheidensabwicklung war ja vorhin auch so'n Punkt oder?
00:04:58: Genau das ist der vierte Punkt.
00:05:00: Die Reklamation geht viel schneller, weil alles zentral über den Spediteur läuft.
00:05:05: Du musst also nicht in China bei einer Rederei auf Mandarin reklamieren!
00:05:09: Und der fünfte Punkt ist dann wahrscheinlich die Sache mit den Banken?
00:05:12: Richtig – die internationale Anerkennung.
00:05:14: Banken akzeptieren das als Sicherheit
00:05:17: Perfekt.
00:05:18: Also Leute, merkt euch für die Prüfung zwingend den Unterschied zwischen Intermodal, KV und Multimodal.
00:05:25: Und vergess das Netzwerkssystem nicht!
00:05:27: Genau
00:05:27: – und die eben genannten Vorteile vom FBL.
00:05:30: Wobei ich hätte da noch einen kleinen Gedankenanstoß zum Netzwerk-System für euch.
00:05:35: Oh jetzt bin ich gespannt.
00:05:37: Wer mir gesagt man muss wissen wo der Schaden passiert ist richtig?
00:05:40: Ja logisch.
00:05:41: Was passiert aber eigentlich wenn man den Container erst ganz am Ende in Stuttgart aufmacht?
00:05:46: Die Elektronik ist kompletter Schrott Und absolut niemand weiß, ob das auf dem Lkw beim Sturm oder auf dem Zug passiert ist.
00:05:54: Oh wow!
00:05:56: Das ist ja dann ein verdeckter Schaden?
00:05:58: Ganz genau.
00:05:59: Welches Gesetz greift denn eigentlich, wenn keiner den Ort des Schadens beweisen kann?
00:06:04: Das ist echt eine juristisch richtig fiese Situation.
00:06:08: Eine super Frage um sie bis zur Prüfung mal im Hinterkopf hin und her zu wälzen.
00:06:13: Danke dir für diesen intensiven Einblick.
00:06:15: Sehr gerne viel Erfolg euch beim lernen.
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00:06:49: Den Link findest du in den Shownotes.
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