[Verkehrsträger] #02 – Kombinierter Verkehr (KV): Ro-La & KV-Terminals

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🚆 Der Kombinierte Verkehr (KV) verbindet die Stärken mehrerer Verkehrsträger: Der Lkw bleibt flexibel auf der ersten und letzten Meile, die Bahn punktet günstig und klimafreundlich auf der langen Strecke – Pflichtwissen für alle in der Spedition und Logistik. In dieser Folge lernst du, wie die Ware in einer Ladeeinheit transportiert wird, ohne dass das Gut selbst umgeschlagen werden muss, und wie Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf zusammenspielen. Wir gehen die drei gängigen Ladeeinheiten (Container, Wechselbrücke, Sattelauflieger), die Rollende Landstraße (Ro-La) für den Alpen-Transit und den Ablauf am KV-Terminal mit Portalkran (30–40 Hübe/Stunde) durch. Außerdem klären wir die prüfungsrelevante Wirtschaftlichkeit ab ca. 500 km, die CO₂-Reduktion von bis zu 65 % sowie wichtige Operator wie Kombiverkehr und Hupac. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Diese Folge wird dir präsentiert von My Digi Academy, der Learn-App für deine Ausbildung.

00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge.

00:00:06: und jetzt viel Spaß!

00:00:08: Jeden Abend schlafen hunderte Lkw-Fahrer total entspannt auf Zügen die so mit Hundert kmh quer durch Alpenbrettern und sparen der Logistikbranche damit Millionen?

00:00:20: Ja Wahnsinn

00:00:21: oder?!

00:00:21: Und genau da steigen wir heute in unserem Deep Dive ein Hallo an unseren Logistikerzubieter draußen vor den Kopfhören.

00:00:28: Genau, hallo auch von mir!

00:00:30: Wir haben uns nämlich diesen ganzen Stapel an Notizen und Fachartikeln den du uns geschickt hast mal ganz genau vorgenommen.

00:00:36: Also dröseln wir das mal auf?

00:00:38: Absolut!

00:00:39: Unser Ziel heute ist wirklich exakt das rauszufiltern was Du für das Thema kombinierter Verkehr in der IHK Prüfung brauchst.

00:00:45: Ähm kurz KV genannt.

00:00:47: Und das is echt ein super wichtiges Thema für die Klausur weil es eben Ökonomie und Ökologie verbindet

00:00:53: Richtig.

00:00:53: Ich vergleiche den KV ja immer so ein bisschen mit einem Staffel auf, also die Lade-Einheit ist quasi der Staffelstab, der einfach weitergegeben wird ohne dass da jemand reinschaut oder die Ware auspackt.

00:01:05: Das sind ziemlich gutes Bild!

00:01:07: Also beim KV passiert der Vor und Nachlauf meistens per Lkw und dieser Hauptlauf dann eben auf der Schiene oder per Schiff... Die Ware selbst wird aber nie angefasst.

00:01:17: Okay, aber womit genau machen wir das?

00:01:20: In deinen Notizen, also in den Unterlagen stehen da ja drei Systeme.

00:01:25: Iso-Container dann diese Wechselbrücken, also Warbs und kranbare Sattelauflieger.

00:01:31: Genau die drei.

00:01:32: Wobei man es echt auseinanderhalten muss.

00:01:34: Ja aber mal provokant gefragt!

00:01:36: Warum machen wir's uns denn so kompliziert?

00:01:39: Warum haben wir nicht einfach einen einzigen globalen Standard für alles?

00:01:43: Naja weil die physikalischen Anforderungen der Routen komplett kollidieren, nehmen wir den Iso Container.

00:01:49: Der braucht richtig massive Eckbeschläge.

00:01:51: Damit man den auf See stapeln kann, oder?

00:01:54: Exakt!

00:01:55: Der wird ja zickfach übereinandergestapelt – das macht ihn extrem robust aber eben auch wahnsinnig schwer.

00:02:01: Ah, verstehe und die Wechselbrücke ist dann quasi das Gegenteil.

00:02:04: Richtig.

00:02:05: Die ist konsequent auf dem Lkw getrimmt.

00:02:08: Da spart man sich diese schwere Rahmenstruktur komplett um auf der Straße eben maximale Nutzlast zu haben.

00:02:14: Macht Sinn, Ja.

00:02:16: Die ist dann also leichter und breiter, aber man kann sie halt nicht stapeln.

00:02:20: Genau so ist es!

00:02:22: Und dann haben wir noch die kranbaren Sattelauflieger.

00:02:25: Da taucht in den Quellen immer wieder dieses Kürzel B-Fierhundertzehn auf.

00:02:29: Oh ja... Das habe ich mich auch gefragt was hat's denn damit auf sich?

00:02:33: Also das P steht für Profil und die Fierhundertehn markieren die Eckhöhe des Auflegers, also vierhundert Zehn Zentimeter

00:02:40: Warte, dass is' für die Bahnplanung wichtig oder?

00:02:43: Wegen der Tunnel?

00:02:44: Ganz genau Ein Zug darf ja im Tunnel oder unter Brücken dieses Lichtraumprofil nicht sprengen.

00:02:49: Ah,

00:02:50: okay!

00:02:50: Der Code P-Fierhundertzehn sagt dem Disponenten also sofort ob der Trailer überhaupt auf den Waggon und durch die nächsten Alpentunnel passt.

00:02:58: Okay krass aber wenn wir schon von kompletten Trailern sprechen warum machen wir uns dann überhaupt die Mühe mit diesen riesigen Portalkränen an den Terminals?

00:03:08: Ja das ist eine berechtigte Frage.

00:03:10: ich meine Die schaffen laut den Daten so dreißig bis vierzig Hübe pro Stunde.

00:03:15: Das ist schon schnell, aber es bedeutet immer noch warten!

00:03:19: Wäre's nicht viel smarter, den Lkw einfach direkt komplett auf einen Vagron fahren zu lassen?

00:03:23: Das

00:03:24: Spannende hierbei ist nämlich dass wir das bereits machen.

00:03:27: Das nennt sich dann rollende Landstraße oder kurz Rola.

00:03:32: Ah, das sind dann diese schlafenden Fahrer aus dem Intro.

00:03:37: Der gesamte Lkw-Samtladung fährt einfach auf den Zug und der Fahrer verbringt die ganze Fahrt entspannt im Schlafwagen.

00:03:44: Okay, wow!

00:03:45: Also verlagern wir das Problem dieser ewigen Lenkzeitunterbrichungen quasi einfach auf die Schiene?

00:03:52: Exakt so ist es.

00:03:53: Auf Strecken wie zum Beispiel von Würgel zum Brennasee entlastet das nicht nur die sensiblen Alpenpässe sondern es löst auch echt ein massives Personalproblem

00:04:02: Weil der Transport einfach weiterrollt, während der Fahrer ganz legal seine gesetzlichen Pausen einhält.

00:04:07: Klapper!

00:04:08: Absolut.

00:04:09: Und die Orte wo das alles passiert?

00:04:11: Also diese Terminals?

00:04:12: Das sind echt riesige Industrieanlagen.

00:04:15: Da werden in den Notizenjahren paar Deutsche genannt.

00:04:17: Duisburg-Duss-, Hamburg-Billwerder oder München-Riem?

00:04:21: Genau, Duisbruck ist da zum Beispiel der größte Inlandcontainer Hafen Europas.

00:04:26: Das sind die physischen Schnittstellen an denen sich letztlich entscheidet ob sich der KV überhaupt rechnet.

00:04:31: Und da sind wir eigentlich schon beim absoluten Knackpunkt für die IHK-Prüfung, oder?

00:04:36: Das ist so ein echter Klassiker.

00:04:38: In den Unterlagen gibt es dazu nämlich einen Szenario.

00:04:41: Ein Kunde will Ware quer durch Europa schicken und du als Azubi sollst jetzt berechnen ob das direkt per LTV laufen soll oder über den KV laufen soll.

00:04:51: Da muss man echt aufpassen!

00:04:53: Wenn Du in der Klausur einfach nur die Speditionskosten für den Lkw den reinen Bahnkosten gegenüberstellst verschenkst Du wertvolle Punkte.

00:05:01: Ah, okay.

00:05:02: Weil der Vergleich viel schichtiger ist?

00:05:04: Genau!

00:05:05: Der erste entscheidende Indikator ist nämlich immer die Distanz.

00:05:08: Unter dreihundert Kilometern hat der KV meistens gar keine Chance.

00:05:12: Wegen dem Vor- und Nachlauf zum Terminal nehme ich an – das kostet ja auch Zeit und Geld.

00:05:17: Richtig!

00:05:17: Zwischen dreihundertund fünfhundertkilometern ist es so eine Grauzone.

00:05:20: Da musst du im Detail echt spitzrechnen.

00:05:23: Aber die absolute magische Grenze für die IAK sind fünfhundert Kilometer...

00:05:28: Also über fünfhundert Kilometer schlägt das Pendel fast immer pro kombinierter Verkehr aus?

00:05:33: Ja, fast immer.

00:05:34: Liegt es daran dass ab dieser Strecke diese fixen Umschlagskosten an den Terminals endlich wegfallen also in den Quellen steht?

00:05:43: die liegen so bei sechzig bis achtzig Euro pro Ladeeinheit Die fallen

00:05:47: nicht weg aber sie werden von den variablen Einsparungen sozusagen aufgefressen.

00:05:51: Ah verstehe Die sechzig bis achtzig Euro sind quasi dieser finanzielle Reibungsverlust beim Kranen.

00:05:58: Genau,

00:05:59: und den holst du über die weite Distanz wieder rein weil Du halt die Mautkosten massiv senkst.

00:06:04: Und der IHK geht es daher bestimmt auch um die Nachhaltigkeit oder?

00:06:08: Definitiv!

00:06:08: Du drückst die CO-Zwei Emissionen auf der Hauptstrecke um bis zu fünfundsechzig Prozent.

00:06:12: Okay...fünfundsächzig

00:06:14: Prozent ist echt ne Ansage.

00:06:16: Das ist dann also der eigentliche Business Case den Du in der Prüfung Schritt für Schritt belegen musst.

00:06:20: Ganz genau so sieht's aus.

00:06:22: Super, dann packen wir doch jetzt mal unser unbedingt-merken-Paket für die Klausur zusammen.

00:06:28: Erstens – Die Ladeeinheiten haben ihren physikalischen Sinn.

00:06:32: Genau!

00:06:33: Also ISO für die See, leichte Wechselbrücken für die Straße und dieser Code P-Fu-Hundertzehn sichert das Lichtraumprofil.

00:06:41: Zweitens – die Roller.

00:06:43: Die packt den ganzen Lkw Huckepack und löst damit diese nervigen Lenkzeitprobleme.

00:06:50: Und drittens Terminals wie Duisburg oder München sind eben die Hubs, an denen ab dieser magischen Grenze von fünfhundert Kilometern der KV seinen wirtschaftlichen Vorteil voll ausspielt.

00:07:01: Und natürlich den ökologischen Vorteil nicht vergessen!

00:07:03: Richtig!

00:07:04: Also wenn du diese Mechanismen verstanden hast bist du für die Prüfung eigentlich bestens gerüstet.

00:07:09: Top!

00:07:10: Gibt's noch was dass wir dem Azubi mit auf den Weg geben sollten?

00:07:13: Ähm... Ja ein Gedanke bleibt da nämlich noch der in den Fachartikeln immer wieder so'n bisschen mitschwingt.

00:07:19: Oh okay lass hören.

00:07:20: Naja, wenn der KV ab fünfhundert Kilometern derart unschlagbar ist und wehen politisch ja auch forcieren wollen.

00:07:27: Wie garantiert die Logistikbranche in den nächsten zehn Jahren eigentlich noch pünktliche Lieferketten?

00:07:32: Weil das Schienennetz voll is'.

00:07:34: Exakt!

00:07:35: Wenn wir enorme Tonnennagen auf ein Schienenetz pressen, dass durch Baustellen- und limitierte Trassenkapazitäten jetzt schon aus allen Nähten platzt – wie soll das funktionieren, wenn das Netz nicht mitwächst?

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00:08:20: Den Link findest du in den Shownotes.

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