[Verkehrsträger] #03 – Seefracht: Linien- vs. Trampschifffahrt & FCL/LCL einfach erklärt
Shownotes
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🚢 Über 90 % des Welthandels laufen per Schiff – wer in der Spedition international arbeitet, kommt um die Grundbegriffe der Seefracht nicht herum. In dieser Folge lernst du die zwei völlig unterschiedlichen Geschäftsmodelle kennen: die Linienschifffahrt mit festen Routen, Fahrplänen und Reedereien wie MSC, Maersk und Hapag-Lloyd sowie die Trampschifffahrt, bei der das Schiff für Massengüter gechartert wird (Voyage-, Time- und Bareboat-Charter). Außerdem klären wir die wichtigste Stellschraube für deine Sendung: FCL (Full Container Load) gegen LCL (Less than Container Load), inklusive Konsolidierung im CFS, der wirtschaftlichen Schwelle bei ca. 10 m³, einer Beispielrechnung Hamburg–Shanghai und typischen Transitzeiten. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.
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00:00:00: Diese Folge wird dir präsentiert von My Digi Academy, der Learn-App für deine Ausbildung.
00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge.
00:00:06: und jetzt viel Spaß!
00:00:08: Schau dich mal kurz in dem Raum um, indem du gerade bist.
00:00:13: Gut neunzig Prozent von dem was du so siehst kam irgendwann mal auf einem Schiff an.
00:00:17: Schon Wahnsinn oder?
00:00:19: Ja absolut.
00:00:20: Und wenn Du grade als Logistik Azubi vor deinen IHK Prüfungen stehst dann segeln diese riesigen Pötte quasi direkt durch Deine Abschlussnote.
00:00:28: Also wir kommen zu unserer heutigen, genauen
00:00:30: Analyse.
00:00:30: Genau darum geht es heute!
00:00:32: Seefracht ist ja so ein bisschen das absolute Rückgrat des Welthandels und wir wollen dir heute gewissermaßen die Industrie Cheat Codes für deine Prüfung mitgeben?
00:00:41: Ja,
00:00:41: lass uns das mal aufdrüsseln.
00:00:43: Wir schauen uns heute wirklich die absoluten Basics an, die halt in fast jeder Klausur drankommen also Linien-Schifffahrt versus Tramps Schifffahrt und diese Dauerbrennerfrage also FCL oder LCL?
00:00:55: Richtig Und um zu verstehen, wie wir Ladung am Cleversten verschiffen, müssen wir im großen Bild erst einmal klären wer eigentlich so das finanzielle Risiko für das Schiff trägt.
00:01:07: Ich habe dafür immer dieses Bild vom Linienbus im Kopf!
00:01:10: Die Linienschifffahrt funktioniert nämlich exakt so – es gibt feste Routen und einen festen Fahrplan.
00:01:16: Mhm, genau.
00:01:17: Also Redereien wie sagen wir mal Marisk oder Hapa-Kleut die fahren alle paar Tage von Asien nach Europa.
00:01:23: Und zwar völlig egal ob der Bus voll ist oder nicht.
00:01:26: Und die Tramp-Schifffahrt, das ist dann im Grunde der Mietwagen.
00:01:29: Richtig?
00:01:30: Ein sehr praktischer Vergleich!
00:01:32: Ja ein riesiger Schwimmen der Miedwagen, der fährt halt nicht nach Fahrplan sondern dorthin wo der Auftrag hinhinschickt also meistens für Massengüter wie Kohle oder Getreide.
00:01:43: Was hier faszinierend ist, ist der Unterschied bei den Verträgen.
00:01:46: Okay, wie genau meinst du das?
00:01:48: Also beim Linienbus buchst Du einfach den Platz für Deinen Container Ticket, wenn man so will.
00:01:55: Beim Trämschiff hingegen da schließt du Charterverträge ab.
00:01:59: Ah!
00:02:00: Also miete ich da direkt das ganze Gefährt?
00:02:03: Entweder für eine bestimmte Reise also eine Voyage-Charter oder direkt für ein halbes Jahr über so ne Time-Charters?
00:02:09: Ganz genau.
00:02:10: Aber bleiben wir mal bei der Linien Schifffahrt wo ja die Rederei das Risiko für das ganze Schiff trägt.
00:02:16: Wie verkauft sie uns Speditieuren jetzt diesen Platz?
00:02:20: Ja, da landen wir direkt bei der wichtigsten Stellschraube für die Prüfung.
00:02:23: Hier wird es nämlich wirklich interessant!
00:02:25: Ab wann buche ich einen eigenen Container?
00:02:28: Also FCL – Full Container Load Im Gegensatz zu LCL – Less Than Container Load Wo ich mir die Box teile.
00:02:35: Richtig Ich kenne da diese magische Grenze von etwa zehn Kubikmetern.
00:02:40: Aber warum ausgerechnet zehn?
00:02:43: Ein Standard-Zwanzig Fußcontainer, fast doch weiß ich nicht.
00:02:46: Über dreißig Kubikmeter!
00:02:47: Eine Kostendynamik – wenn du fünf Kubikmetern als FCL verschiffst dann zahlst Du für über twenty-fünf Kubikmeter leere Luft.
00:02:57: Teilst Du dir den Container als LCL, zahl's Du halt nur für deinen Platz
00:03:01: Macht Sinn.
00:03:02: Aber und das ist der entscheidende Mechanismus bei LCL, muss deine Ware in einer Container Freedstation also dem CFS erst mit anderen Sendungen konsolidiert und später wieder entladen werden.
00:03:15: Diese manuellen Handlinggebühren pro Kubikmeter sind wirklich teuer.
00:03:19: Ah verstehe!
00:03:20: Also ab etwa zehn Kubikmetern fressen diese teuren Händlinggebüren beim LCL den Preisvorteil einfach auf.
00:03:27: Dann ist es schläft günstiger, direkt die Pauschale für einen kompletten FCL-Container zu zahlen.
00:03:32: Auch wenn dir nicht ganz voll ist!
00:03:33: Exakt und genau dieses Verständnis rettet dich in der IHK Prüfung – denn da wird oft ein direkter Kostenvergleich verlangt.
00:03:41: Wenn wir das große Ganze betrachten, nehmen wir mal den Klassiker also eine Sendung von Hamburg nach Shanghai.
00:03:48: Trinse Zeit so um die achtundzwanzig bis fünfunddreißig Tage.
00:03:52: Richtig?
00:03:52: Ja, kommt gut hin!
00:03:54: Du hast jetzt beispielsweise Fünf Kubikmeter Ladung.
00:03:56: Okay,
00:03:57: fünf Kubikmetern da bin ich ja unter unserer magischen Grenze.
00:03:59: also müsste eigentlich LCL geben.
00:04:01: Lass mich das mal kurz im Kopf überschlagen.
00:04:04: wenn die LCL Rate sagen wir mal bei Achtzig Euro pro Kubik Meter liegt bin ich bei Vierhundert Euro.
00:04:09: R richtig.
00:04:10: Packen wir noch ein paar Späßen drauf landen wir vielleicht bei sechshundert euro insgesamt.
00:04:15: So ungefähr.
00:04:16: Und jetzt der Vergleichswert, ein zwanzig Fuß FCL-Container kostet dich auf dieser Route komplett etwa zwei Tausend dreihundertfünfzig Euro.
00:04:25: Da steckt die reine Seefracht drin aber eben auch die Terminal Handling Charges also die THC...
00:04:31: Warte mal kurz das ist ja quasi die Gebühr dafür dass diese riesigen Hafengräne in Hamburg und Shanghai die schwere Box physisch anheben und bewegen oder?
00:04:39: Genau das!
00:04:39: Und der Barfax ist da auch schon dabei – Der Bunker Adjustment Factor.
00:04:44: Damit sichert sich die Rederei gegen schwankende Treibstoffpreise ab.
00:04:47: Okay, krass!
00:04:48: Wenn ich mir die Zahlen dann ansehe... Also, sechshundert Euro für LCL gegen zwei-tausend dreihundertfünfzig Euro für FCL.
00:04:56: Finanziell ist die Entscheidung bei fünf Kubikmetern also ein absoluter Nobrainer.
00:05:01: Finanziell?
00:05:01: Ja.
00:05:02: Aber denke in der Klausur bitte immer auch an das Risiko.
00:05:05: Bei LCL wird deine Ware neben völlig fremden Gütern gestapelt und mehrfach manuell umgeschlagen.
00:05:12: Oh ja, stimmt.
00:05:13: Da kann einiges kaputt gehen.
00:05:14: Absolut!
00:05:15: Das Risiko für Beschädigungen ist hier deutlich höher als bei FCL, da versiegelst du den Container auf deinem Hof und niemand geht mehr ran – das ist ein Trade-off, den man unbedingt auf dem Schirm haben muss.
00:05:27: Also was bedeutet das alles?
00:05:29: Wenn Du das nächste Mal über deinen Lernzetteln sitzt, denk unbedingt an den Linienbus für die Linienschifffahrt und den Mietwagen für die Tramschiffahrt.
00:05:38: Ein ganz wichtiges Bild
00:05:40: Unverinnerliche die Mechanik hinter dieser zehn Kubikmeter-Regel.
00:05:44: Ab dieser Grenze wird das teure Containerhandling beim LFL einfach teurer als die leere Luft im eigenen FCL-Container.
00:05:51: Perfekt zusammengefasst!
00:05:54: Und falls du mal eine kleine Pause vom Lernen brauchst, denk mal kurz über die Extremen nach – wir haben vorhin die Barboat-Charter im Trampbereich erwähnt.
00:06:04: Das bedeutet man mietet wirklich nur das nackte Schiff.
00:06:07: Stell dir mal diesen logistischen Albtraum vor, du bist Spediteur und musst plötzlich selbst eine komplette Schiffsbesatzung vom Kapitän bis zum Maschinisten für so einen gigantischen Kohlefrachter anheuern.
00:06:19: Wahnsinn!
00:06:20: Und das alles nur um eine einzige Ladung von A nach B zu bekommen?
00:06:24: Ein
00:06:24: Stress den ich wirklich niemandem wünsche.
00:06:27: Das war's für heute.
00:06:28: Viel Erfolg beim Lernen und bis zur nächsten Analyse.
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00:07:03: Den Link findest du in den Shownotes.
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