[Verkehrsträger] #04 – Bill of Lading (Konnossement): Funktion und Arten

Shownotes

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📜 Das Konnossement – englisch Bill of Lading (B/L) – ist das wichtigste Dokument der Seefracht und kein einfacher Lieferschein, sondern ein Wertpapier, das die Ware repräsentiert: Pflichtwissen für alle in der Spedition und im Außenhandel. In dieser Folge lernst du die drei Funktionen des Konnossements (Empfangsbescheinigung, Frachtvertrag und Wertpapier) sowie die drei B/L-Arten nach Übertragbarkeit: Order-B/L mit Indossament, Inhaber-B/L und Namens-B/L. Außerdem klären wir den prüfungsrelevanten Unterschied zwischen Clean und Foul B/L, zwischen Received for Shipment und On Board, die wichtigsten Felder (Shipper, Consignee, Notify Party), Freight Prepaid vs. Collect sowie schnellere Alternativen wie Telex Release und Sea Waybill. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.

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00:00:00: Diese Folge wird dir präsentiert von My Digi Academy, der Learn-App für deine Ausbildung.

00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge und jetzt viel Spaß!

00:00:08: Also stell dir mal vor du stehst nachts von einem richtig exklusiven Club.

00:00:14: Du hast so eine absolute Platin gerade oben Marke in der Hand.

00:00:17: Okay ein klassisches Szenario

00:00:19: Genau.

00:00:20: Und wer diese Marke hat der bekommt am ende den sündhaft teuren Mantel.

00:00:24: Dem Typ mint am Dresen ist es völlig egal, ob das wirklich dein Mantel ist oder ob du den irgendwo gefunden hast.

00:00:29: Richtig!

00:00:29: Hauptsache Du hast die Marke.

00:00:31: Marke gegen Mantel?

00:00:32: Bumm!

00:00:33: Und genau diese unglaubliche Macht hat ein unscheinbares Stück Papier in der globalen Logistik – Das Kornosement oder eben Bill of Lading.

00:00:42: Und falls Du ja gerade Deine IHK Prüfung als Logistika-Zubi vorbereitest bist Du bei diesem Deep Dive heute exakt richtig.

00:00:50: Wir zerlegen diese Quellen heute nämlich komplett.

00:00:53: Warum?

00:00:54: Weil das Konnocement eben nicht nur ein simpler Lieverschein ist, sondern der absolute Dreh- und Angelpunkt der Seefracht.

00:00:59: Fangen

00:01:01: wir mal vorne an!

00:01:02: Da ist erstmal die Empfangsbescheinigung

00:01:03: oder?!

00:01:04: Der Carrier sagt quasi einfach äh ja hab' die Ware.

00:01:08: Ganz

00:01:08: genau

00:01:09: Und dann kommt direkt der Frachtvertrag dazu also der Beweis dass er sie von A nach B bringt.

00:01:14: Aber der eigentliche Knackpunkt auf den wir uns hier fokussieren müssen isst die dritte Funktion

00:01:19: Das Erdbeerpier.

00:01:20: Das ist diese Garderobenmarke aus dem Club, von der ich vorhin gesprochen

00:01:23: habe.

00:01:23: Exakt!

00:01:24: Wer das Original besitzt hat den rechtlichen Anspruch auf die Container.

00:01:29: Die Ware ist faktisch dieses Papier.

00:01:31: Das heißt also wenn der Empfänger am Zielhafen steht und dieses Originalpapier nicht physisch vorlegen kann dann bleibt der Container im

00:01:39: Hafen?

00:01:40: Keine Diskussion!

00:01:42: Die Ware isst absolut blockiert.

00:01:44: Das ist dieses extrem strenge Herausgabeversprechen ohne Papier Keine Ware.

00:01:50: Krass!

00:01:52: Wenn das Papier also eine Ladung im Wert von, sagen wir mal, Millionen repräsentiert und der Schiff vier Wochen nach Hamburg unterwegs ist... Da will ich die Ware ja vielleicht schon weiterverkaufen.

00:02:03: Und genau dafür gibt es die verschiedenen BL-Arten.

00:02:06: Du musst das Dokument ja irgendwie legal weitergeben können.

00:02:09: Also wie funktioniert das in der Praxis?

00:02:11: Das Rückgrat des Welthandels ist da das OrderBL.

00:02:15: Da steht drauf Ausliefern an die Order von und dann der Name.

00:02:20: Ah, verstehe.

00:02:21: Das kann man dann auf der Rückseite indossieren also einfach per Unterschrift auf den nächsten Käufer übertragen oder?

00:02:26: Genau so ist es und das ist auch extrem wichtig für Banken die das Dokument als Sicherheit nutzen wenn sie den Handel vorfinanzieren.

00:02:34: Es gibt aber auch noch das NamensBL.

00:02:36: Straight BL richtig!

00:02:38: Das ist dann strikt auf eine einzige Person ausgestellt.

00:02:41: Richtig und dass ist dann auch nicht übertragbar.

00:02:43: Aber mir ist beim Durchgehen der Quellen noch was ins Auge gesprungen dieses InhaberBL, also das BearerBL.

00:02:52: Da steht nur drauf wer das Papier physisch hat der kriegt die Ware.

00:02:56: Ja das ist im Grunde wie Bargeld!

00:02:57: Aber das ist doch Wahnsinn.

00:02:59: wenn mir das aus der Tasche fällt kann quasi jeder meine Container abholen.

00:03:03: warum gibt es das überhaupt noch?

00:03:05: Naja, es bietet dir absolute grenzenlose Flexibilität.

00:03:09: Du spaßt ihr jeden bürokratischen Akt der Umschreibung!

00:03:12: Aber wegen dieses extremen Verlustrisikos wird es heute in der Praxis kaum noch genutzt?

00:03:17: Ja das macht Sinn – niemand trägt Millionenbeträge so ungeschützt herum.

00:03:21: Und

00:03:22: wo wir gerade bei Risiko und Banken sind, da gibt's ja noch diese Sauberkeitssache.

00:03:26: Du meinst den Unterschied zwischen clean- und faul genau.

00:03:30: Also wenn die Bank das Order BL als Sicherheit nimmt, geht sie ja davon aus dass die Ware okay ist.

00:03:36: Was passiert, wenn schon beim Verladen Kisten kaputt sind?

00:03:39: Dann vermerkt der Carrier das auf dem Dokument also etwas wie drei Kartons beschädigt und Zack wird aus einem intakten CleanBL ein FoulBL oder DirtyBL.

00:03:51: Und die Bank sieht das und sagt Moment mal Genau!

00:03:55: Die Bank sieht, dass ihre Sicherheit kompromittiert ist.

00:03:58: Sie stoppt auf der Stelle die Zahlung Die ganze finanzielle Kette reißt.

00:04:01: Oh wow,

00:04:02: das ist fatal!

00:04:03: Absolut.

00:04:04: Deshalb sind auch alle so versessen auf den sogenannten Onboard-Stempel.

00:04:08: Ein einfaches Received for Shipment reicht der Bank oft nicht.

00:04:12: Weil

00:04:12: die Ware da noch ungeschützt irgendwo im Hafenlarer steht oder?

00:04:16: Exakt.

00:04:17: Die Bank will die rechtliche Gewissheit dass die unbeschädigter Ware tatsächlich auf dem Schiff ist.

00:04:22: Clean on board

00:04:23: Verstehe.

00:04:25: Eine Sache hat mich in den Quellen aber noch stutzig gemacht.

00:04:28: Es werden ja standardmäßig drei Originale ausgestellt.

00:04:32: Die klassische Originalduplikat-Tripplackartregelung, ja!

00:04:35: Aber wenn doch die Vorlage von nur einem einzigen Original reicht um die Ware auszulösen warum verschicke ich dann drei voll gültige Wertpapiere quer über dem Planeten?

00:04:45: Das klingt erstmal unlogisch ist aber eigentlich reine Risikominderungen durch Streuung das es ein Überbleibsel aus Zeiten in denen Postschiffe noch gesunken sind.

00:04:53: Also hat man die einfach über verschiedene Routen geschickt, in der Hoffnung dass wenigstens eins ankommt?

00:04:58: Ganz genau.

00:04:59: Das erste das ankommt wird eingelöst und in der Sekunde in der das passiert werden die anderen zwei automatisch wertlos.

00:05:06: Diese Logik ist eigentlich unfassbar elegant!

00:05:08: Und ich glaube genau das ist der Schlüssel für die IHK-Klausung Absolut.

00:05:13: Da kommt nämlich fast immer die Frage, warum ist das Konnocement ein Wertpapier?

00:05:18: Und anstatt jetzt stuhr irgendwelche Definitionen auswendig zu lernen kann man sich das aus unserer Garderobenmarkenlogik komplett selbst herleiten.

00:05:26: Gehen wir das mal Schritt für Schritt durch für die Prüfung!

00:05:29: Gute Idee also.

00:05:30: Schritt eins definieren Du erklärst dass dieses Papier die Ware repräsentiert.

00:05:36: Okay

00:05:37: check.

00:05:38: Schritt zwei Die Bedingungen nennen Also dass der Carrier die Ware wirklich nur gegen Vorlage eines Originals BL herausgibt.

00:05:46: Richtig, und dann fehlt noch Schritt drei!

00:05:49: Du musst die Konsequenz betonen – bei Verlust des Originals bleibt die Ware unwiderruflich blockiert.

00:05:55: Damit zeigt man der IACA nicht nur was es ist sondern eben auch welche immense Konsequent dieses Prinzip in der Realität hat.

00:06:03: Volle Punktzahl garantiert

00:06:04: Genau so wollen die Prüfer das sehen.

00:06:07: Und wenn man diese Macht des physischen Papiers verstanden hat wird eine aktuelle Entwicklung eigentlich umso spannender.

00:06:14: Du meinst die digitalen Alternativen?

00:06:16: Ja, wir sehen in der Praxis immer häufiger Dinge wie das Seaway-Bell oder Telix-Releases – da läuft die Freigabe digital und rasend schnell ab!

00:06:25: Ganz ohne diesen starren Wertpapiercharakter.

00:06:28: Was mich zu der wirklich großen Frage bringt, die du heute in deine nächste Schicht mitnehmen kannst – wenn wir Containerfreigaben heute in Millisekunden um den Globus schießen können?

00:06:37: Wie lange wird dieses Jahrhundertealte physische Papierkonnassement den Welthandel überhaupt noch dominieren?

00:06:43: Das ist eine sehr gute Frage!

00:06:45: Daran wird sich die Branche in den nächsten Jahren messen müssen.

00:06:47: Ein super Gedanke zum Abschluss also bleibt neugierig bei den Prüfungsvorbereitungen und bis zum nächsten Deep Dive.

00:06:53: Du lernst gerade für deine Abschlussprüfung oder willst einfach besser durch die Berufsschule kommen.

00:06:58: Dann ist My Digi Academy genau das Richtige für dich!

00:07:02: Über zweihundert Unternehmen und mehr als fünftausend Azubis lernen schon mit uns.

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00:07:25: Den Link findest du in den Shownotes.

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