[Sammelgut & Systemverkehre] #02 – Hub-Spoke-System & Vor- und Nachlauf

Shownotes

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🌐 Müsste eine Spedition jede Sendung direkt von jedem Versender zu jedem Empfänger fahren, wären das bei 100 Städten fast 10.000 Verbindungen – wirtschaftlich unmöglich. Die Lösung heißt Hub-Spoke-System und ist das Rückgrat der Sammelgut-Logistik: Pflichtwissen für alle in der Spedition. In dieser Folge lernst du, wie Sendungen über zentrale Knotenpunkte (Hubs) gebündelt und sortiert werden und warum das Modell so viel günstiger ist als Direktverkehre. Außerdem klären wir die drei prüfungsrelevanten Phasen Vorlauf (Pickup-Tour), Hauptlauf (Nachtsprung) und Nachlauf (Delivery-Tour) mit ihrem typischen Tagesablauf sowie die wichtigsten Stückgut-Kooperationen in Deutschland wie CargoLine, System Alliance und 24plus. Vor- und Nachteile des Systems runden die Folge ab. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Diese Folge wird dir präsentiert von MyDigiAcademy, der Learn-App für deine Ausbildung.

00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge und jetzt viel Spaß!

00:00:08: Also stell dir mal vor du hast zehn Logistikstationen.

00:00:12: Sagen wir mal zehn Spenditionen die jeweils eine Sendung an die anderen neun schicken müssen.

00:00:18: Wenn da jetzt jeder einzeln losfährt dann rechnest du einfach zehnmal neun.

00:00:22: Ja, das sind dann neunzig direkte Fahrten die sich so komplett kreuz und quer durchs Land bewegen.

00:00:28: Genau!

00:00:28: Und das ist ja ein absolutes Albtraumsszenario für jede Einsatzplanung.

00:00:33: also wirtschaftlich gesehen ein völliger Totalschaden oder?

00:00:36: Absolut und das ist nur das simple Rechenbeispiel für gerade mal zehn Stationen.

00:00:43: in der echten Realität reden wir da über hunderte Speditionen und naja zigtausende Pakete jeden Tag.

00:00:50: Richtig!

00:00:51: Und genau deshalb sieht die Landkarte der Sammelgut-Logistik auch nicht aus, wie so ein wildes Spinnennetz aus unzähligen Direktlinien.

00:00:59: Willkommen zu unserer intensiven Analyse deiner Lernunterlagen.

00:01:04: Wir knüpfen uns heute nämlich das absolute Rückgrat der Logistik vor – Das sogenannte Hub-Spoke System

00:01:10: Genau.

00:01:11: Und für dich als Logistik-Azubi ist das nicht nur so ein bisschen faszinierende Theorie, sondern ein echter Punktegarant im Lernfeld V deiner IHK Prüfung.

00:01:22: Wir schauen uns heute ganz genau an wie das System tickt welche Faltstrecke es da in der Praxis gibt und natürlich wie du die typische Klausuraufgabe dazu Schritt für Schritt knackst.

00:01:34: also Wie vermeiden wir jetzt diese neunzig Direktfahrten aus unserem Rechenalbtraum?

00:01:38: Da nutzt die moderne Logistik im Grunde einfach das Prinzip eines Fahrradreifens.

00:01:44: Auf Englisch nennt man das Hub and Spoke, also Narbe und Speiche.

00:01:49: Alle Sendungen aus den verschiedenen Regionen fließen über eine zentrale Narbe zusammen – eben das Hub!

00:01:56: Okay, das heißt anstatt dass jede Spedition zu jeder anderen fährt fahren alle Zähnen nur eine einzige Strecke ins Zentrum und dann wieder zurück.

00:02:04: Exakt!

00:02:05: Wir schrumpfen diese neunzig Verbindungen auf gerade mal zehn Strecken zusammen.

00:02:11: Die Lkw sind dann plötzlich randvoll Und die Transportkosten pro Sendung stürzen drastisch ab.

00:02:18: Wahnsinn Das ist also der große wirtschaftliche Hebel dahinter.

00:02:21: Ja

00:02:22: Die Auslastung wird da einfach maximiert, aber das Ganze funktioniert halt nur wenn alle Rädchen extrem präzise in so einem strengen vierundzwanzigstunden Takt ineinandergreifen.

00:02:34: Und genau diesen Rhythmus wollen die Prüfer in der IAK-Prüfung ja quasi blind von dir beherrschen sehen!

00:02:41: Dann lass uns diesen Rhythmus doch direkt mal durchspielen – wie startet so ein typischer Tag in der Praxis?

00:02:47: Also das beklient alles mit dem sogenannten Vorlauf.

00:02:51: Das wird oft auch Pick-up genannt.

00:02:54: Tagsüber sammelt da ein Lkw in seinem festgelegten Postleitzheilgebiet die Waren bei den verschiedenen Versendern ein.

00:03:01: Okay, also erfährt quasi von Kunde zu Kunde?

00:03:04: Genau!

00:03:05: Er fährt dabei so gut zweihundert bis vierhundert Kilometer ab macht naja etwa acht bis fünfzehn Stopps und bringt dann am frühen Abend alles zum lokalen Depot seiner Spedition

00:03:17: Verstehe.

00:03:18: Und von daraus muss jetzt alles in dieses zentrale Hub!

00:03:21: Aber Moment, wenn abends alle Depots aus ganz Deutschland ihre Lkw gleichzeitig los schicken gibt das nicht den ultimativen Stau in der Mitte?

00:03:29: Das

00:03:29: könnte man absolut meinen ja aber hier kommt der Hauptlauf ins Spiel.

00:03:34: also der ist in der Branche besser bekannt als der Nachtsprung.

00:03:39: die Lkws verlassen die lokalen Depots meistens so gegen zwanzig Uhr

00:03:44: und fahren dann die ganze Nacht durch.

00:03:45: Ja, und jetzt wird die deutsche Geografie nämlich super wichtig.

00:03:49: Von fast jedem Randpunkt der Republik braucht so ein Lkw etwa sechs Stunden Fahrzeit bis in die geografische Mitte Deutschlands also zum Beispiel nach Kassel oder Bad Hersfeld.

00:04:00: Ah krass!

00:04:01: Deshalb passiert diese ganze Magie immer mitten in der Nacht?

00:04:05: Weil es egal auf von München Hamburg oder Leipzig fast immer ungefähr gleich lang dauert?

00:04:11: Genau das Das ergibt ein perfektes Zeitfenster, so zwischen zwei und vier Uhr nachts treffen die Lkws fast zeitgleich am Hub ein.

00:04:19: Und dann wird alles blitzschnell umgeladen oder?

00:04:21: Richtig!

00:04:22: Da wird im puren Akkord entladen, die Ware wird nach den neuen Zielregionungen sortiert und direkt wieder auf die wartenden Lkw für den Rückweg verladen.

00:04:32: Okay aber lass uns da mal kritisch drauf schauen wenn das alles so extrem eng getaktet ist.

00:04:37: Das klingt doch mega störenfällig.

00:04:39: Wenn jetzt auf der A-Siebene Vollsperrung ist und der LKW aus Hamburg drei Stunden Verspätung hat, steht dann das halbe zentrale Hubsch still und wartet auf den einen Lkw?

00:04:48: Ja, das ist absolut der Wundepunkt dieses Systems.

00:04:52: Und das ist auch genau das kritische Mitdenken dass die Prüfer am Ende sehen wollen.

00:04:57: Ein einziger Stau kann dir da die gesamte Tour sprengen.

00:05:01: Das heißt Speditionen müssen da immer Pufferzeiten einbauen

00:05:04: Unbedingt!

00:05:05: Und das kostet halt wieder wertvolle Zeit Außer dem, das darf man nicht vergessen.

00:05:10: Dieses extrem schnelle und mehrfache Umladen in der Nacht, das erhöht natürlich das Risiko für Transportschäden enorm im Vergleich zu so einer simplen Direktfahrt.

00:05:20: Macht total Sinn!

00:05:21: Okay wenn morgens um sechs die Lkw mit der neu sortierten Ware wieder in ihren jeweiligen Zielregionen ankommen dann fehlt uns ja eigentlich nur noch der letzte Schritt?

00:05:31: Genau, das ist dann der Nachlauf oder auch Delivery genannt.

00:05:34: Ein regionaler Lkw übernimmt die Sendungen aus dem lokalen Depot und fährt sie bei so zwölf bis zwanzig Stops an die Endkunden aus.

00:05:43: Damit schließt sich dann der Kreis.

00:05:45: aber eine Sache frage ich mich da noch wenn dieses System so fragil ist So ein riesiges, sündhaft teures Hub in der Mitte Deutschlands erfordert wie überlebender eigentlich ganz normale mittelständische Spediteure.

00:05:59: Die können sich doch niemals ein eigenes Hubspoke-Imperium aufbauen.

00:06:03: Nee alleine geht das auch überhaupt nicht!

00:06:05: Die schließen sich zu Stückgutkooperationen zusammen.

00:06:08: Netzwerke wie Cargolein mit rund sechzig Partnern oder IDS Logistik für Schwergut machen genau das.

00:06:15: Ah,

00:06:15: d.h.,

00:06:16: jeder übernimmt nur sein eigenes Stückchen vom Kuchen?

00:06:19: Exakt Jeder Partner übernimmt exklusiv sein eigenes Postlei-Zeigebiet für den Vor und Nachlauf.

00:06:26: Und das zentrale Hub, das wird dann einfach geteilt!

00:06:29: Nur durch dieses Puzzlespiel können auch Mittelständler ein deutschlandweites Netz anbieten.

00:06:34: Das bringt uns dann direkt zum Kern für deine anstehende Prüfung.

00:06:37: die EAK liebt es nämlich genau dieses Zusammenspiel abzufragen.

00:06:42: Die klassische Aufgabe lautet da oft ganz schlicht Erklären Sie den Ablauf einer Sammelgutsendungen vom Versender bis zum Empfänger.

00:06:49: Und bei genau dieser Frage greift dann dein Masterplan.

00:06:52: Du baust die Antwort einfach strikt chronologisch auf, also erstens der Vorlauf am Tag, zweitens der Hauptlauf als Nachtsprung zum Hub inklusive der Sortierung in der Mitte Deutschlands und drittens den Nachlauf am nächsten Morgen.

00:07:07: Vorlauf, Hauptlauf, Nachlauf!

00:07:09: Also das ist quasi deine heilige Dreifaltigkeit für die Prüfung?

00:07:13: Wer diese drei Phasen mit dem passenden Zeitfenster verknöpft der sammelt die volle Punktzahl ein.

00:07:18: Ganz genau!

00:07:19: Wenn du verstehst, warum die Lkw durch die Geografie gezwungen sind, um zwei Uhr nachts aufeinander zu treffen, dann brauchst du auch keine Vokabeln mehr sturauswendig lernen.

00:07:30: Wissen ist ja am wertvollsten wenn man die Mechanik dahinter wirklich durchschaut.

00:07:34: Bevor wir dich jetzt wieder an deine Lernzettel lassen.

00:07:36: hier noch ein kleiner Gedanke für Dich zum mitnehmen.

00:07:39: Wenn diese riesigen Sortierhallen im Hub so unglaublich personalintensiv sind und Naja, und vorhersehbare Staus den Hauptlauf immer wieder bedrohen.

00:07:47: Wie lange wird es wohl noch dauern des vollautomatisierter Hubs- und autonom fahrende Lkw in der Nacht dieses ganze System komplett auf den Kopf stellen?

00:07:55: In diesem Sinne viel erfreuchbar deiner Prüfung!

00:07:58: Du lernst gerade für deine Abschlussprüfungen oder willst einfach besser durch die Berufsschule kommen?

00:08:03: Dann ist My Digi Academy genau das Richtige für dich.

00:08:07: Über zweihundert Unternehmen und mehr als fünftausend Azubis lernen schon mit uns.

00:08:12: Passend zu deinem Ausbildungsberuf Findest du Lernvideos mit Schritt für Schritt-Erklärungen, digitalen Zusammenfassungen und realistische Prüfungssimulationen – mit echten Fragen und Lösungen.

00:08:22: Damit du sicher in jede Prüfung gehst!

00:08:25: Teste MyDigie Academy jetzt risikofrei?

00:08:27: Mit vierzehn Tagen Geld zurück Garantie.

00:08:30: Den Link findest Du in den Show notes.

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