[Importauftrag] #01 – Ablauf eines Importauftrags
Shownotes
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📥 Spiegelbildlich zum Export ist der Import der Empfang von Ware aus dem Drittland in die EU – mit Zollanmeldung, Einfuhrabgaben und Freigabe als Hauptrolle: Pflichtwissen für alle in der Spedition und im Außenhandel. In dieser Folge lernst du den kompletten Ablauf eines Importauftrags in 10 Schritten, vom Vorab-Avis über die Dokumentenprüfung und die summarische Eingangsanmeldung (ENS) bis zur ATLAS-Einfuhranmeldung, Risikoanalyse (grün/gelb/rot), Festsetzung der Einfuhrabgaben und der Überlassung zum freien Verkehr. Außerdem klären wir die prüfungsrelevanten zollrechtlichen Statusarten wie Drittlands- und Unionsware, die Berechnung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer mit Beispielrechnung, die Lagerverfahren wie Zolllager und aktive Veredelung sowie typische Probleme und Vorteile guter Vorbereitung wie Pre-Clearance und AEO-Status. So bist du optimal auf die Klausur und die Abschlussprüfung vorbereitet.
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00:00:05: Mehr dazu am Ende der Folge.
00:00:06: und jetzt viel Spaß!
00:00:09: Und
00:00:24: das oft nur, weil das Atlas-System vom Zoll auf Rot gesprungen ist?
00:00:28: Da fehlt dann vielleicht ein einziges Dokument.
00:00:31: Richtig und genau das schauen wir uns in unserer heutigen Detailanalyse mal extrem genau an!
00:00:36: Wir gehen den kompletten Ablauf eines Importauftrags aus einem Drittland in die EU durch.
00:00:43: Unser Ziel ist da ganz klar – wir machen Dich den Logistikazubi absolut wasserdicht für Deine IAK Abschlussprüfung.
00:00:49: Definitiv, weil diese ganzen Abläufe – das ist wirklich das Herzstück der Prüfung.
00:00:55: Wer diesen Weg der Ware versteht also von der Zollanmeldung über die Einfuhrabgaben bis zum zollrechtlichen Status, der sichert sich extrem viele Punkte.
00:01:05: Also es geht nicht um stures Auswendiglernen sondern um die Logik dahinter.
00:01:09: ne?
00:01:09: Genau!
00:01:10: Du musst die juristische Systematik da hintergreifen.
00:01:13: Dann lass uns diese Systematik mal aufbrechen.
00:01:15: Es gibt ja diesen groben Zehnschritte Fahrplan, also vom Vorab-Avis der Spedition bis zur endgültigen Überlassung.
00:01:23: Da fliegen entscheidende Papiere hin und her Handelsrechnungen das Bill of Lading quasi der Seefrachbrief und Ursprungsnachweis.
00:01:31: Ich vergleiche diesen wichtigsten Schritt die Risikoanalyse im Atlassystem immer wahnsinnig gern mit der Sicherheitskontrolle am Flughafen.
00:01:39: Das ist eigentlich ein super Bild.
00:01:40: Atlas entscheidet daher vollautomatisch anhand dieser Papiere.
00:01:44: Grün heißt dann einfach durchwinken!
00:01:46: Und bei Gelb?
00:01:47: Bei Gelb wird dann gezielt nach den Dokumenten gefragt, das ist dann diese reine Dokumenteprüfung und da recht es sich sofort wenn zum Beispiel dein Bill of Lading irgendwie lückenhaft ist.
00:01:57: Ah okay ein rotes dann vermutlich Koffer aufmachen oder
00:02:01: Exakt.
00:02:02: Rot ist die physische Beschau, da wird der Container vom Zoll dann sprichwörtlich aufgemacht und entladen
00:02:08: Und da schließt sich dann der Kreis zu unserem blockierten Container von Anfang.
00:02:11: Wenn bei gelb oder rot die Papiere fehlen bleibt die Ware im Verwahrungslager stecken.
00:02:16: Richtig!
00:02:17: Und das darf.
00:02:17: sie warte maximal neunzig Tage, richtig?
00:02:20: Korrekt.
00:02:21: Neunzig tage.
00:02:22: Das wird halt jeden einzelnen Tag teurer.
00:02:24: Die Lagerkosten summieren sich da extrem schnell auf Krass.
00:02:28: Deshalb ist so eine vorausschauende Zollanmeldung kein bloßer Bürokratieakt, sondern hartes finanzielles Risikomanagement.
00:02:36: Okay wo wir gerade beim lieben Geld sind?
00:02:39: In der IHK-Klausur gibt es ja fast immer diesen einen großen Berechnungsblock.
00:02:43: Ohja, der Klassiker!
00:02:44: Genau nehmen wir mal das typische Beispiel Wir importieren Maschinenteile aus China.
00:02:49: Der Warnwert liegt bei sagen wir mal fünfzigtausend Euro.
00:02:53: Der Transport bis Europa kostet zweitausendfünfhundert Euro und die Versicherung zweihundertfünfzig Euro.
00:03:00: Laut den Lehrbüchern müssen wir jetzt all diese Frachtkosten zum Warenwert addieren, um den sogenannten Zollwert zu bekommen.
00:03:07: Aber warte mal!
00:03:08: Warum schlagen wir da Kosten für den Transport drauf?
00:03:12: Besteuern wir dann nicht eigentlich eine reine Dienstleistung statt der Ware?
00:03:15: Das macht doch irgendwie keinen Sinn.
00:03:22: interessiert sich schlichtweg nicht für den Wert der Maschine im Werk in Asien.
00:03:27: Ach
00:03:27: so!
00:03:28: Er bewertet den Zustand und den Ort der Ware exakt an der EU Außengrenze, die logische Annahme ist halt eine Maschine, die bereits sicher nach Europa transportiert und versichert wurde, ist objektiv einfach mehr wert als eine, die noch irgendwo in China steht.
00:03:43: Ah ok... Die Reise dorthin steigert also ihren realen Wert am Zielort
00:03:48: Ganz genau.
00:03:49: Okay, das leuchtet ein!
00:03:50: Die EU-Grenze ist also der magische Stichtag für diesen Wert?
00:03:54: Wie gehen wir das dann in der Prüfung logisch an ohne uns da in den Zahlen zu verheddern?
00:03:58: Du brauchst im Grunde nur die Architektur der Rechnung zu verstehen.
00:04:02: Schritt eins ist du ermittelst den Zollwert bis zur EU Grenze – also Warnwert plus Transports plus Versicherung.
00:04:10: Das wären in unserem Beispiel dann ... Ja.
00:04:18: Und aus dieser Summe berechnest du dann den reinen Zollbetrag anhand von dem vorgegebenen Prozentsatz?
00:04:24: Sagen wir mal, vier Komma sieben Prozent!
00:04:26: Das wären dann knapp zwei tausend vierhundertneunundsiebzig Euro Zoll.
00:04:31: Genau.
00:04:31: Bis hierhin total logisch.
00:04:33: Aber jetzt kommt doch dieser weirde Kniff mit der Einfuhr-Umsatzsteuer – also der EUST.
00:04:40: Die wird ja nicht einfach auf den ursprünglichen Zollwert aufgeschlagen sondern auf den Zollwert plus den gerade berechneten Zoll.
00:04:47: Man zahlt also buchstäblich Steuern auf die
00:04:50: Zollabgabe.".
00:04:52: Exakt so ist es!
00:04:53: Das nennt sich dann die Bemessungsgrundlage, der Staat betrachtet den gezahlten Zoll quasi als wertsteigernden Faktor der Ware im Inland.
00:05:01: Deshalb wird diese neunzehnprozentige Einfuhrumsatzsteuer auf die Summe aus Zollwerte und Zoll erhoben – du rechnest also plus die zwei tausend vierhundertneunundsiebzig Euro.
00:05:15: Macht dann fünfundfünfzigtausend zweihundertneinundzwanzig Euro als Grundlage
00:05:19: und darauf, die neunzehn Prozent das sind dann zehntausendenvierhundertdreiundneunzig Euro EUST.
00:05:26: wenn du diese Kaskade also Zollwert bilden zoll berechnen beides addieren EUST darauf berechnenen.
00:05:33: Wenn du das verinnerlicht hast kann dir in der Klausur Aufgabe eigentlich nichts passieren.
00:05:38: Okay, mega!
00:05:39: Nehmen wir mal an.
00:05:40: Wir haben das alles fehlerfrei gerechnet und die Abgaben sind bezahlt vielleicht direkt oder über so ein Aufschubkonto.
00:05:46: Was passiert dann rechtlich mit unserer Maschine?
00:05:49: In Prüfung taucht ja auch ständig diese Frage nach dem Unterschied zwischen Drittlandswaren und Unionsware auf.
00:05:54: Ja, die Zahlung der Abgaben ist eigentlich der Moment der rechtlichen Verwandlung.
00:05:59: Vorher war unsere Maschine aus China sogenannte Drittlandsware
00:06:03: Also Status T-I.
00:06:05: Genau!
00:06:06: T- I bedeutet sie steht unter zollamtlicher Überwachung.
00:06:09: Du darfst ihn nicht einfach auf dem Markt verkaufen oder irgendwo verbauen.
00:06:13: Sie ist also physisch zwar schon da aber rechtlich noch in einer Rat Niemandsland.
00:06:18: Ganz genau so.
00:06:20: Und erst mit der Überlassung in den freien Verkehr verliert sie diesen T-I Status und bekommt den Status T-II.
00:06:27: Ah, Sie wird also zur Unionsware?
00:06:29: Richtig!
00:06:30: Ab diesem Moment behandelst du sie rechtlich exakt so als wäre sie in Stuttgart oder Lyon produziert worden – sie kann völlig frei in der gesamten EU bewegt werden.
00:06:39: Was für ein rechtlicher Hebel krass!
00:06:41: Wenn Du also in der Prüfung sitzt merkt Ihr einfach diese drei Pfeiler….
00:06:45: Verstehe die Logik der Risikoanalyse durch Atlas mit der Ampel?
00:06:49: Weiß, dass sie Transportkosten bis zur Grenze Teil des Zollwerts sind und sich diese Steuern da kaskadenartig aufbauen.
00:06:56: Und vergiss nicht den harten Schnitt zwischen T-I also dem rechtlichen Niemandsland und T-II dem freien Verkehr.
00:07:03: Absolut!
00:07:04: Wer diese Mechanismen durchschaut statt nur irgendwelche Zahlen in Formeln zu besten hat die EHK-Klausur quasi schon in der Tasche.
00:07:11: Perfekt.
00:07:12: Zum Abschluss habe ich noch einen ganz kurzen Gedanken für dich zu mitnehmen.
00:07:16: Wir haben ja am Anfang über diese rote Ampel bei der Atlas Risikoanalyse gesprochen und wie das unfassbar viel Zeit-und Geld frisst
00:07:23: Ja?
00:07:23: Was meinst du, wie drastisch sich dieser gesamte Importprozess für ein Unternehmen beschleunigen ließe wenn es den sogenannten AEO Status erlangt?
00:07:31: Stell dir mal vor Du bist als zugelassener wirtschaftsbeteiligter so eine Art VIP beim Zoll Und fast jeder Ampel springt durch diesen massiven Vertrauensvorschuss sofort auf Grün.
00:07:41: Das ist ein enormer Wettbewerbsvorteil, der auch über die Klausur hinaus extrem spannend für deine Karriere ist.
00:07:47: Denk da mal drüber nach!
00:07:49: Du lernst gerade für deine Abschlussprüfung oder willst einfach besser durch die Berufsschule kommen?
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